Mein Innenleben ist ein Chaos. Nicht, dass es das jemals nicht war. Aber jetzt habe ich das Gefühl mich wieder in Selbstmitleid deswegen und überhaupt wegen allem, Männer, Weltschmerz, wälzen zu können. Dabei gehört genau dieses Empfinden mit zum inneren Chaos. Sowie den Tadel, den ich mir selbst dafür gebe. Ich schimpfe (auf) mich selbst.
Wieso mache ich das? Weil ich nicht gefühlt "normal" bin? Ich bin neugierig, wie es dazu kam, aber gleichzeitig denke ich auch ungern darüber nach. Selbstreflexion ist scheiße. Vielleicht wegen der unangenehmen Assoziation. Ich bin ein wandelnder Gegensatz und hasse es. Gleichzeitig widerum mache ich auch nichts dagegen.
Kann ich es wirklich nicht oder kann ich es "nur" nicht, weil ich mir selbst im Weg stehe? Ist das schon Borderline? Bipolar? Depression hat schon ein Häkchen. Wie viele kommen noch dazu? Ist das wichtig? Was ändert sich? Ich nehme ja nicht mal die Johanniskrauttabletten.
Wieso? Passt doch. Vielleicht will ich ja leiden?! Vielleicht verdiene ich das ja, wenn ich so bin?! Ich bin ja gar nicht krank, ich übertreibe ja nur, ich wälze mich im Kranksein.
Und es ist auf den ersten Blick zumindest viel einfacher resigniert und pessimistisch und depressiv zu sein. Den sterbenden Schwan zu spielen.
Und weiter als den ersten Blick komme ich ja gar nicht. Das wäre ein gefährliches, unbekanntes Gebiet.
Oder bin ich durch diesen Gedankengang schon in diesem Unbekannten? Ist es überhaupt unbekannt?
Ich bin so lustlos. Bah!
Es fällt mir ja selbst auf, dass ich mich und mein Verhalten so negativ belege. Aber dafür mag ich mich ja noch weniger...
Meine Wohnung ist vollgestellt und oft unordentlich. Jetzt gerade ist sie ziemlich aufgeräumt und etwas leerer und mir fällt auf, dass sie sehr groß ist. Und, dass ich mich alleine darin einsam und verloren fühle.
Ist das der Grund, warum ich so viele Sachen habe? Warum ich mir alles so vollstelle? Warum ich meine Sachen unordentlicherweise überall verteile?
Wo ist mein strahlender Ritter auf weißem Ross?
Der mich rettet. Vor mir selbst rettet. Der mich festhält und versteht. Der sich mit mir auseinandersetzt. Weil ich es nicht "kann".
Gleichzeitig mit diesem Wunsch geht der Gedanke einher, wie absurd das ist. Jemand anderes soll mich retten?! Wieso soll jemand anders das können oder überhaupt wollen, was ich einfach nicht schaffe?!
Einfach? Keine Ahnung. Keine Lust mich damit auseinanderzusetzen.
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