Dienstag, 14. Januar 2014

Null Bock.

Es ist Dienstag Nacht und ich habe schon wieder gar keine Lust mehr, da morgen aufzutauchen. Zu reden. Das ganze aufzuwälzen. Ich habe gerade wieder nicht dass Gefühl, dass es was zu reden gäbe. Dass ich reden will. Dass es etwas bringen würde. Was ändert das? Ich werde hingehen, das weiß ich. Aber länger als zwei Besuche habe ich bisher ja eh noch nicht durchgehalten bei solchen Terminen. Und ich weiß nicht, ob ich es diesmal schaffe. Bisher waren es allerdings Psychiater und nicht Psychotherapeuten. Vielleicht ergibt das am Ende wirklich einen Unterschied. Johanneskrauttabletten werde ich keine nehmen. Aber ich glaube, die darf mir ein Psychotherapeut sowieso nicht verschreiben. Wär auch wenn gar nicht nötig. Hab ich ja noch. Weiß gar nicht, ob die noch haltbar sind. Ist ja auch Wurst.
Es ist wirklich nichts persönliches. Ich kenn sie ja noch gar nicht, es ist also quasi unmöglich, dass es etwas persönliches ist. Ich empfinde gerade nur wieder mal nicht so, als würde mir dieser Termin etwas bringen. Ich muss mich jetzt morgen mal wieder mit meinen Unzulänglichkeiten befassen. Toll. Darauf hab ich sowas von NULL BOCK. Ist ja wohl auch nicht unverständlich. Ich kann mich bei sowas in Rage reden. Aber immer, wenn ich von meinen "Männergeschichten" und meiner Blockade zur Schule zu gehen oder zu lernen anfange, komme ich mir dämlich vor. First World Problems. Und sogar dafür erscheinen sie mir nichtig. Wenn ich mitbekomme, was andere um mich herum durchmachen mussten bzw müssen. Ich kann bei leibe nicht sagen ich hatte eine perfekte Kindheit, aber an diesen Menschen gemessen war sie schon ziemlich nah dran. Ich habe noch beide Elternteile. Allein das ist schon mehr als einige andere sagen können. Und sie haben mich beide lieb. Und meine Schwester hat mich auch lieb. Und ich sie.
Ich kann die paar schlechten Erinnerungen nicht verdrängen, die ich aus der Kindheit mit mir hierher geschleppt habe, aber ich komme mir dämlich vor, mich wegen sowas schlecht zu fühlen.
Ich bin nunmal verkorkst. Aber das ist meine Schuld. Und dann soll ich auch gefälligst damit leben. Oder eben nicht. Kein Grund mit jemand "Professionellen" über den Scheiß zu reden. Ich komme mir unnötig vor. Unnötig belastend für meine Freunde, die von meinen Problemen wissen. Unnötig verschreckend für meine Mum, der ich mich zumindest teilweise anvertraut habe. Einfach allgemein unnötig.
Heute auf der Arbeit hat mich eine recht neue Kollegin einfach so gefragt, ob ich mit ihr nach der Arbeit etwas essen gehen will, weil wir beide früher Feierabend hatten. Ich habe keinen blassen Schimmer, wieso sie ausgerechnet mich fragt. Wird erzählt, dass es sich lohnt, sich bei mir einzuschmeicheln? Dass ich dann gern mal länger einfach an der Bar sitzen bleibe, um Tipps beim Aufräumen/Putzen zu geben oder sogar unbezahlt zu helfen? So wie gestern bei T.. Ich bin mir unsicher, ob er mich wirklich mag und mich bisher wirklich nicht nervig findet oder ob er nur so tut und ich ihm unglaublich auf die Eier gehe, aber er ausnutzt, dass ich ihm helfe, und dann mit den anderen über mich lacht. Ich bin so verdammt misstrauisch. Ich weiß nicht. Wieso sollte sich jemand von sich aus mit mir näher anfreunden wollen?! Mich nicht als nervig empfinden?! Dabei bin ich doch genau das. Nervig. Ich hätte wegen diesen Gedanken vorhin beinahe "Nein" gesagt. Aus der puren Angst heraus, dass sie mich zu verarschen scheint.
Ich habe dann auch etwas gegessen. Eine Tortilla con Pavo. Und drin behalten. Aber auch nur, weil ich danach noch mit den Kollegen, die sich auch noch zum Essen angeschlossen hatten, ins Kino bin. Jetzt, wo ich endlich daheim bin, lohnt sich das Kotzen nicht mehr. Vor Li. hab ich inzwischen gar keine Scheu mehr zu kotzen. Allerdings nicht bei ihr daheim. Da bekäme es ihre Familie mit. Und dann würde ich in Erklärungsschwierigkeiten stecken. Vorhin jedenfalls, im Kino, hatte ich wirklich Bauchschmerzen. Ich nehme mal an, eben weil ich mal was drinbehalten hab. Am Sonntag gings mir auch schon so, weil eine Freundin vorbeikam und ich keine Zeit mehr hatte, das eben Gegessene noch auszukotzen. Das dürfte mich gut davon abhalten, in nächster Zeit wieder so viel zu essen. Vor allem, wenn es keine Möglichkeiten gibt, das ganze schnellstmöglich wieder auszukotzen. Ich fühle mich gerade wieder wie ein gestrandeter Wal. Ungemein unschönes Gefühl. Scheiß-Essen. Scheiß-Ich. Denn das Essen kann ja wohl wenig dafür. Ich bin diejenige, die meinte, es essen zu müssen. Ist doch scheiße. Ich bin scheiße. So fühl ich mich gerade auch. Und für das blöde Essen hab ichs grade verdient!
Die Rasierklingen liegen hier im Bett neben mir. Unscheinbar für Besucher. Sonst packe ich sie immer weg, wenn ich Besuch habe, aber die letzten beiden Male nicht. Und sie fallen in ihrem schicken Karton auch gar nicht auf, wie ich festgestellt habe. Sie sind somit griffbereit. Ich weiß aber nicht, wann ich sie wieder anpacke. Ob heute Nacht schon oder erst in ein paar Tagen. Vielleicht in nächster Zeit auch erstmal gar nicht mehr. Ich weiß es wirklich nicht. Aber sie liegen hier. Neben mir. Ich habe ein wenig das Gefühl, dass mich das beruhigt. Um mich damit zu schneiden, müsste ich sowieso noch die Taschentücher holen. Die gehören da irgendwie dazu. Aber allein die Anwesenheit der Klingen und der Gedanke, dass ich jederzeit darauf zugreifen könnte. Ja, ich glaube, das beruhigt mich.
Die Narben am Handgelenk sind auch schon fast wieder weg. Das Bein verheilt nicht so schnell wie die Schnitte am Bauch. Ist auch eine blöde Stelle, wenn ich mal schwimmen gehen will. Also back to belly.
Wahrscheinlich sollte ich jetzt lieber schnell schlafen gehen, bevor ich noch mehr scheiße schreibe oder denke. Gute Nacht soweit also erstmal.

Montag, 13. Januar 2014

Und was jetzt?

Ich habe mich vor ein paar Tagen wieder an eine frühere Mitschülerin erinnert. Sie hatte sich selbst ins ZI eingewiesen und dann ist sie in unsere Stufe gerutscht, quasi zurückgestuft, sitzengeblieben, wie auch immer. Sie war nicht sonderlich regelmäßig im Unterricht und zu Prüfungen war sie meistens gar nicht da. Sie war aber immer schön feiern, Spiele auf FB spielen oder arbeiten. Und ich habe sie damals dafür verurteilt. Ich habe auch nicht sonderlich nett über sie gesprochen, wenn wir uns mal wieder darüber aufgeregt haben. Dass das etwas Vorgeschobenes wäre. Krankheitsbonus. Dass keiner der Lehrer etwas gesagt hat. Wenn sie arbeiten oder feiern kann, kann sie gefälligst auch lernen und in die Schule kommen! Und jetzt verstehe ich sie. Jetzt bin ich sie. Alles, was mich damals davon abgehalten hat, da schon so zu sein, ist, dass es eine Anwesenheitspflicht gab. Und diese Regel hat mich gefühlt gerettet. Sonst wäre ich vermutlich schon früher versumpft. Ich schäme mich richtig, dass ich damals so scheiße über sie geredet habe. Das hat ihr bestimmt nicht geholfen, sich wieder aufzuraffen. Ich meine, ich weiß nicht, was sie davon mitbekommen hat, zumal wir nicht wirklich was miteinander zu tun hatten. Wir waren schließlich über 60 Leute in der Stufe. Aber jetzt bin ich in der selben Situation gefühlt und ich habe immer das Gefühl, dass man so auch über mich jetzt redet.
Wenn ich dran denke, wie ich mich richtig dran aufgegeilt hab, über sie herzuziehen, was sie jetzt schon wieder alles gemacht hat, aber nicht zur was-weiß-ich-Prüfung gekommen ist. Wie gut ich das fand, als "endlich" mal einer einem Lehrer gesteckt hat, dass sie dauernd feiern ist oder arbeiten geht, statt in die Schule oder geschweige denn zu Prüfungen, für die wir verdammt nochmal gelernt haben, zu denen wir uns verdammt nochmal hingeschleppt haben, zu gehen. Ich schäme mich in Grund und Boden. Ich glaube, ich werde ihr mal eine Nachricht schreiben und mich entschuldigen. Mich erkundigen, wie es ihr jetzt geht. Ich fühle mich echt schlecht.
Das mit dem Hungern klappt so lala. Mal besser, mal schlechter. Fakt ist, ich habe scheinbar in einer Woche etwa 4kg abgenommen. Wenn das mal so bliebe. Mal sehn.
Mittwoch habe ich einen Termin, mal sehen, wie der läuft. Hab mir die Nummer von L. geben lassen. Bin gespannt. Wenn es gut läuft, gebe ich ihr die Blogadresse oder ich drucke ihr Seiten von hier aus. Ich habe dauernd das Gefühl ich wiederhole mich und dann bekommt sie einen Einblick, wie es mir das Jahr über geht. Dass es nicht nur etwas Prüfungsbedingtes ist. Ist es nämlich nicht. Es wird dadurch definitiv verschlimmert, aber im Moment hab ich nicht das Gefühl, dass mich die Prüfungen stressen. Dass mich stresst, wie es weiter geht. Wobei, vielleicht tut es das ja doch. Ich kann mich jedenfalls nicht dazu überwinden, in die Schule zu gehen, oder den Lernstoff auch nur anzugucken. Und wenn mal eine Phase ist, in der ichs mir tatsächlich vorstellen könnte, ist sie so schnell vorbei wie sie kam oder ich zöger es so lange raus, bis es das ist. Kann ich ja später noch machen. Scheinbar kann ich das nicht.
Meiner Oma hab ich geschrieben "Ich kann das grade nicht. Tut mir leid. Hel." und seitdem ignorier ich jegliche Anrufe. Ich hab wirklich nicht das Gefühl, dass ich mich damit grade überhaupt groß befassen kann. Dann gehts mir noch schlechter als es mir momentan schon oft genug geht.
Ich hatte es gerade vor kurzem mit meiner Mum drüber. Ihr ging es früher wohl auch so wie mir. Und das mit dem Aufschieben macht sie ja immer noch. Bin ja in dem Chaos aufgewachsen. Mein Vater ist da auch kein besseres Vorbild. Wenn meine Oma sagt, sie räumt ihre Wohnung auf, dann dauert das schon mal ein paar Monate. Und ich frage mich die ganze Zeit, was sie den ganzen Tag über macht, wenn sie sagt, sie war heute so beschäftigt und ist zu nichts in der Wohnung gekommen. Ich weiß, sie macht viel Papierkram und bietet mir ja auch oft genug an, mit sowas zu helfen. But still...
Man kann also sagen, ich habe keine guten Vorbilder in dem Sinne gehabt. Also wenn es ums Aufschieben oder gleich machen geht. Ich habe auch nie wochenlang für eine Schulprüfung gelernt. Es hieß immer "irgendwann fliegst du damit auf die Schnauze". Ist mir in meiner gesamten Schullaufbahn nie passiert. Auch wenns einige Male kurz davor war. Ein Referat in der Nacht davor zusammengebastelt: 2. Warum sollte ich also mehr machen als ich muss? Mir ist natürlich klar, dass ich für meinen Scheiß nicht meine Eltern oder meine Oma verantwortlich machen kann. Weiß ich.
Ich wollte eigentlich von den Downphasen erzählen. Meiner Mutter ging es früher ähnlich und meine Oma war auch schon mal in so einer Phase. Vielleicht liegt das ja einfach im Blut.. xD leichte Schilddrüsenunterfunktion hab ich ja. Tabletten hab ich auch dagegen. Ich hab sie nur nicht lange genommen.
Naja. Jedenfalls hab ich ihr gesagt, dass es vor allem nachts ziemlich übel sein kann, wenn ich allein daheim bin und zu viel nachdenke und was weiß ich. Und dass ich oft einfach arbeiten gehe oder feiern oder einfach mit Freunden irgendwas machen gehe, weil ich dann weniger daheim allein sitze. Und sie hat es verstanden. Ich kam mir so dämlich vor und dachte, ich laber Müll, aber sie hat mich verstanden. Sie meinte auch, wenn sowas ist, kann ich auch gerne mal zu ihr rüberkommen oder sie anrufen, wenn ich mich einsam fühle. Sie hat direkt am späten Abend auch nochmal angerufen, um zu hören, wie es mir geht, weil ich davor meinte, ich hätte noch keine Pläne für den Abend. Ich hab meine Mum echt monsterlieb für so Aktionen. Das Problem ist, dass es so nicht läuft. Wenn ich unten bin, kann ich nicht einfach wen anrufen. Zumindest gefühlt kann ich das nicht. Es ist schon viel, wenn ich dann mit jemandem schreiben kann. Zumal ich dann das Gefühl hab, ich verdien das, das gehört so und mich drin suhlen muss.
Gerade könnt ich grade wieder losheulen. Die Aktion von meiner Mum rührt mich einerseits zu Tränen, andererseits bin ich grad auch einfach wieder mal traurig.
Vielleicht druck ich auch ein paar Einträge vom letzten Blog aus oder geb ihr den Link dazu auch. Das war ja als es mir während der Schulzeit scheiße ging. Als ich echt so verdammt kurz davor war, mich einweisen zu lassen. Weil ich einfach heimkam, mich auch den Flur gelegt hab und geweint hab. Und wenn meine Mum daheim war, lag ich in meinem Zimmer auf dem Boden. Entweder am Weinen oder am Nichtssein. Bis es in einer Nacht echt schlimm war und ich meine Mum fast darum angefleht hab, dass sie mich einweisen soll. Sie hat mit mir ausgehandelt, dass wenn es am nächsten Morgen immer noch so schlimm ist, sie mich hinbringt. Und ist die ganze Nacht bei mir geblieben.
Es hat mir vor ein paar Wochen echt verdammt wehgetan, dass ich sie so geschockt hab, dass sie weinen musste und voll fertig war, weil ich ihr gesagt hab, dass ich nicht weiß, ob ich weiterleben will. Ich war da echt in einem sehr rationalen Zustand - für mein Gefühl jedenfalls. Aber da musste ich mich echt zusammenreißen, nicht mit ihr zu weinen. Ich hab sie echt lieb!

Dienstag, 7. Januar 2014

Update.

I'm nearly proud to say the only things I kept in the last two days (meaning yesterday and today) are 9 M&M Crispy, 6 Mentos Fruit and unsugared pineapple. I started drinking a lot of water. And had some vegetable stock. I believe if I want to keep this amount of food to eat, I will have to drink all I can get. Things without sugar of course. I'm on the otherside not proud to say I ate some more but nothing that stayed longer than a few minutes before I puked it all out.
In fact I felt the very need to eat those things, but when I went to the store because I needed some toiletpaper actually and I saw the lasagne and the crisps I didn't really felt the need anymore. And this sucks because I bought them anyway and also ate them. Because I'm used to it.
But the fact that I know I didn't really feel the need anymore gives me hope. I think I will make it. Make the hunger go away. Let's find out..

Freitag, 3. Januar 2014

Neues Jahr. Neuer Scheiß. Nicht wirklich..

..denn es ist immer noch der gleiche Scheiß.
Die Prüfungsphase rückt näher und ich drücke mich wieder erfolgreich vorm Lernen. Und jeder, der mich darauf aufmerksam macht, bekommt meinen geballten Frust zu spüren. Ich weiß schon nicht mehr, ob ich angefragt hatte oder meine Oma es mir angeboten hatte, jedenfalls haben wir ausgemacht, dass ich bei ihr und mit ihr lernen kann, weil sie ja etwas sehr ähnliches studiert hat. Und heute wollte ich nochmal nachfragen -weil Gedächtnis und so..you know? - ob wir schon einen festen Termin ausgemacht hatten, weil mir noch ein paar feste Termine, die ich schon habe, eingefallen sind. Und meine Laune sank schlagartig als sie mich gefragt hat, ob ich die Sachen schon ausgedruckt habe, ob ich schon angefangen hätte, weil es wird ja langsam Zeit, weil ich ja mal langsam muss. Und sofort hab ich mich in die Enge gedrängt gefühlt. Ich kann mit meiner Mutter inzwischen schon gar nicht mehr übers Studium sprechen, weil ich mich sofort bedrängt fühle, wenn ich gefragt werde, ob ich lerne. Dann werde ich sauer. Vermutlich eigentlich auf mich selbst. Würde Sinn machen. Aber mich nervt es auch einfach unheimlich, dass meine Oma und meine Mama immer so drauf rumzureiten scheinen. Und wenn ich mich bedrängt fühle, werde ich aggressiv.
Ich hab so keinen Bock auf irgendwas, was das betrifft.
Da hat das Ritzen echt was beruhigendes. Etwas ordentliches. Etwas sauberes. Etwas hübsches. Wenn ich es sonst schon nicht bin. Gerade Linien. Rot auf weiß.
Ich werde auch in nächster Zeit nicht mit meiner Mum schwimmen gehen können, weil sie sonst die Narben auf dem Bein sieht, aber da fragt sie zum Glück auf gerade nicht.
Genauso wenig weiß sie, dass ich inzwischen tatsächlich rauche und nicht nur dauernd beim Weggehen in Raucherkneipen rumhänge. Ein weiterer Punkt auf dem Weg zur effektiven Selbstzerstörung.
Drogen finden sich sicherlich noch. Auf Alkohol in größeren Mengen hab ich zur Zeit gar keine Lust, Punkt für sie. Und für meine Oma die immer geschockt von MEINEM Alkoholkonsum ist, wenn sie zu mir kommt und die Bierflaschen und sonstiges von der letzten Party mit bestimmt 20 Personen sieht. Der Versuch ihr zu erklären, dass das für so viele Leute gar nicht so viel ist, ganz abgesehen davon, dass wir ja nicht so oft in solchem Maße trinken, geht völlig an ihr vorbei. Nein. ICH werde dann gerügt. Noch sowas, was mich sauer macht. Anschuldigungen. Ja, das hilft bestimmt.
Ja, blabla, ich weiß, im Notfall kann ich mich auf sie immer verlassen. Aber meistens werde ich in ihrer Gegenwart einfach nach einer Weile schlecht gelaunt, weil irgendsoetwas passiert.
Vor kurzem hab ich mir mit Freundinnen eine Umkleide geteilt und schon gar nicht mehr an die Narben gedacht, als mich eine der beiden auf die am Bauch angesprochen hat. Ich hab nur gesagt, dass ich mich da geschnitten hab und dann glaub ich ziemlich so gewirkt als wär das das Ende der Unterhaltung darüber. Jedenfalls wurde so offen gelassen, ob das absichtlich oder aus Versehen war und es wurde nicht mehr darüber gesprochen. Ich weiß nicht, ob zumindest L. weiß, wie es wirklich war bzw es sich einfach denkne kann oder nicht.
Das mit den "Narben bleiben für immer" ist auf jeden Fall völliger Bullshit. Es kommt darauf an, wie tief man schneidet, ganz einfach. Die meisten meiner "alten" Narben, kann man schon gar nicht mehr sehen. Es dauert halt eine Weile, aber das ist ja klar. Deswegen konnte ich vermutlich die Psychiaterin auch nicht mehr wirklich ernst nehmen, nachdem sie sie meinte, dass Narben für immer bleiben. Vielleicht war das auch nur ein Test, um zu sehen, inwieweit ich mich damit auseinandergesetzt habe. Vielleicht hätte ich widersprechen sollen. Hab ich jedenfalls nicht. Sowas mache ich generell eher selten. Meistens denk ich mir einfach meinen Teil, wenn ich die Personen noch nicht gut kenne.
Ich weiß, es klingt blöd, aber bis L. wieder zurückkommt, will ich verdammt nochmal ziemlich abgenommen haben. Ich versuche es jetzt wirklich mal mit fast nichts essen. Ich finde einige der Mädchen, die auf solchen Anabildern sind zwar nicht hübsch, aber immer noch hübscher als mich. Und einige sind ja wirklich ziemlich hübsch. Zudem geht das Fresskotzen nach einer Weile auf den Geldbeutel und es macht zwischenzeitlich ein ganz mieses Gefühl. Ich glaube da ist das Erfolgserlebnis, heute so wenig wie möglich gegessen zu haben wesentlich erfüllender. Den Hunger zu besiegen, falls er denn wirklich mal auftaucht. Ihn mal tatsächlich zu spüren und nicht nur diesen Dauerappetit. In meinem Kopf funktioniert das zumindest prima. We'll see about that..
Ich war vor kurzem auch schon wieder SO FUCKING kurz davor, mich bei K. zu melden. Einfach nach H. fahren. Und wenn ich gerade so darüber nachdenke, weiß ich gar nicht mehr so genau, was mich abhält. Den Gedanken, dass ich für ihn nur "gut fickbar" bin, kann ich dort ziemlich gut ausschalten. Auf dem Weg hin bin ich dann aufgeregt, dort ist alles Schlechte weit weg und auf dem Heimweg bin ich noch voll von Endorphinen vom Rummachen. Geht halt wieder auf den Geldbeutel. Aber da achte ich ja sowieso nicht so wirklich drauf, also warum nicht dafür ausgeben, zumal ich inzwischen mehr im Monat zur Verfügung habe?
Ich weiß es nicht.. wegen meiner Würde?..immer diese Fremdwörter.
Ich kann mir so wunderschön einreden, dass etwas positiv ist, findet ihr nicht?
Ich weiß natürlich noch genau, weshalb ich den Kontakt abgebrochen habe. Und es war nicht nur diese Umschreibung auf die Frage, ob er mich eigentlich nur fickbar oder wirklich attraktiv findet. Es war auch, dass ich mich von ihm im Stich gelassen gefühlt habe, weil wir etwas Neues ausprobieren wollten und er mich mit meinen Fragen dazu allein gelassen hat und sich Monate nicht mehr gemeldet hat. Dann bin ich irgendwie auch noch davon ausgegangen, dass wir befreundet wären und da macht man sowas nicht. In diesen Monaten lag dann auch mein Geburtstag. Tja. Nichts. Und dann wäre da immer noch immer dieser Hintergedanke, dass es ja doch noch klappen könnte. Dass er sich ja doch noch in mich verlieben könnte. Vor allem, weil er nicht vergeben ist. Mit C., der in einer offenen Beziehung, aber trotzdem halt immer noch in einer Beziehung ist, hab ich das Problem mit dem Hintergedanken weniger.
Das war auch der Grundgedanke, als ich mir vorgenommen habe, keine Sexfreundschaften mehr mit Singles anzufangen.
Natürlich weiß ich das noch, aber alles in mir schreit "Wieso eigentlich nicht?".
Ich weiß auch nicht, ob ich will, dass er die Narben sieht, aber zur Not war das dann das letzte Mal, dass ich bei ihm war, wenn er's nicht kapiert. Aber das kann ich mir bei ihm eigentlich schon vorstellen. Ach verdammt!
Gerade war ich so stolz, nicht schwach zu werden. Und jetzt redefiniere ich mir "schwach".