..denn es ist immer noch der gleiche Scheiß.
Die Prüfungsphase rückt näher und ich drücke mich wieder erfolgreich vorm Lernen. Und jeder, der mich darauf aufmerksam macht, bekommt meinen geballten Frust zu spüren. Ich weiß schon nicht mehr, ob ich angefragt hatte oder meine Oma es mir angeboten hatte, jedenfalls haben wir ausgemacht, dass ich bei ihr und mit ihr lernen kann, weil sie ja etwas sehr ähnliches studiert hat. Und heute wollte ich nochmal nachfragen -weil Gedächtnis und so..you know? - ob wir schon einen festen Termin ausgemacht hatten, weil mir noch ein paar feste Termine, die ich schon habe, eingefallen sind. Und meine Laune sank schlagartig als sie mich gefragt hat, ob ich die Sachen schon ausgedruckt habe, ob ich schon angefangen hätte, weil es wird ja langsam Zeit, weil ich ja mal langsam muss. Und sofort hab ich mich in die Enge gedrängt gefühlt. Ich kann mit meiner Mutter inzwischen schon gar nicht mehr übers Studium sprechen, weil ich mich sofort bedrängt fühle, wenn ich gefragt werde, ob ich lerne. Dann werde ich sauer. Vermutlich eigentlich auf mich selbst. Würde Sinn machen. Aber mich nervt es auch einfach unheimlich, dass meine Oma und meine Mama immer so drauf rumzureiten scheinen. Und wenn ich mich bedrängt fühle, werde ich aggressiv.
Ich hab so keinen Bock auf irgendwas, was das betrifft.
Da hat das Ritzen echt was beruhigendes. Etwas ordentliches. Etwas sauberes. Etwas hübsches. Wenn ich es sonst schon nicht bin. Gerade Linien. Rot auf weiß.
Ich werde auch in nächster Zeit nicht mit meiner Mum schwimmen gehen können, weil sie sonst die Narben auf dem Bein sieht, aber da fragt sie zum Glück auf gerade nicht.
Genauso wenig weiß sie, dass ich inzwischen tatsächlich rauche und nicht nur dauernd beim Weggehen in Raucherkneipen rumhänge. Ein weiterer Punkt auf dem Weg zur effektiven Selbstzerstörung.
Drogen finden sich sicherlich noch. Auf Alkohol in größeren Mengen hab ich zur Zeit gar keine Lust, Punkt für sie. Und für meine Oma die immer geschockt von MEINEM Alkoholkonsum ist, wenn sie zu mir kommt und die Bierflaschen und sonstiges von der letzten Party mit bestimmt 20 Personen sieht. Der Versuch ihr zu erklären, dass das für so viele Leute gar nicht so viel ist, ganz abgesehen davon, dass wir ja nicht so oft in solchem Maße trinken, geht völlig an ihr vorbei. Nein. ICH werde dann gerügt. Noch sowas, was mich sauer macht. Anschuldigungen. Ja, das hilft bestimmt.
Ja, blabla, ich weiß, im Notfall kann ich mich auf sie immer verlassen. Aber meistens werde ich in ihrer Gegenwart einfach nach einer Weile schlecht gelaunt, weil irgendsoetwas passiert.
Vor kurzem hab ich mir mit Freundinnen eine Umkleide geteilt und schon gar nicht mehr an die Narben gedacht, als mich eine der beiden auf die am Bauch angesprochen hat. Ich hab nur gesagt, dass ich mich da geschnitten hab und dann glaub ich ziemlich so gewirkt als wär das das Ende der Unterhaltung darüber. Jedenfalls wurde so offen gelassen, ob das absichtlich oder aus Versehen war und es wurde nicht mehr darüber gesprochen. Ich weiß nicht, ob zumindest L. weiß, wie es wirklich war bzw es sich einfach denkne kann oder nicht.
Das mit den "Narben bleiben für immer" ist auf jeden Fall völliger Bullshit. Es kommt darauf an, wie tief man schneidet, ganz einfach. Die meisten meiner "alten" Narben, kann man schon gar nicht mehr sehen. Es dauert halt eine Weile, aber das ist ja klar. Deswegen konnte ich vermutlich die Psychiaterin auch nicht mehr wirklich ernst nehmen, nachdem sie sie meinte, dass Narben für immer bleiben. Vielleicht war das auch nur ein Test, um zu sehen, inwieweit ich mich damit auseinandergesetzt habe. Vielleicht hätte ich widersprechen sollen. Hab ich jedenfalls nicht. Sowas mache ich generell eher selten. Meistens denk ich mir einfach meinen Teil, wenn ich die Personen noch nicht gut kenne.
Ich weiß, es klingt blöd, aber bis L. wieder zurückkommt, will ich verdammt nochmal ziemlich abgenommen haben. Ich versuche es jetzt wirklich mal mit fast nichts essen. Ich finde einige der Mädchen, die auf solchen Anabildern sind zwar nicht hübsch, aber immer noch hübscher als mich. Und einige sind ja wirklich ziemlich hübsch. Zudem geht das Fresskotzen nach einer Weile auf den Geldbeutel und es macht zwischenzeitlich ein ganz mieses Gefühl. Ich glaube da ist das Erfolgserlebnis, heute so wenig wie möglich gegessen zu haben wesentlich erfüllender. Den Hunger zu besiegen, falls er denn wirklich mal auftaucht. Ihn mal tatsächlich zu spüren und nicht nur diesen Dauerappetit. In meinem Kopf funktioniert das zumindest prima. We'll see about that..
Ich war vor kurzem auch schon wieder SO FUCKING kurz davor, mich bei K. zu melden. Einfach nach H. fahren. Und wenn ich gerade so darüber nachdenke, weiß ich gar nicht mehr so genau, was mich abhält. Den Gedanken, dass ich für ihn nur "gut fickbar" bin, kann ich dort ziemlich gut ausschalten. Auf dem Weg hin bin ich dann aufgeregt, dort ist alles Schlechte weit weg und auf dem Heimweg bin ich noch voll von Endorphinen vom Rummachen. Geht halt wieder auf den Geldbeutel. Aber da achte ich ja sowieso nicht so wirklich drauf, also warum nicht dafür ausgeben, zumal ich inzwischen mehr im Monat zur Verfügung habe?
Ich weiß es nicht.. wegen meiner Würde?..immer diese Fremdwörter.
Ich kann mir so wunderschön einreden, dass etwas positiv ist, findet ihr nicht?
Ich weiß natürlich noch genau, weshalb ich den Kontakt abgebrochen habe. Und es war nicht nur diese Umschreibung auf die Frage, ob er mich eigentlich nur fickbar oder wirklich attraktiv findet. Es war auch, dass ich mich von ihm im Stich gelassen gefühlt habe, weil wir etwas Neues ausprobieren wollten und er mich mit meinen Fragen dazu allein gelassen hat und sich Monate nicht mehr gemeldet hat. Dann bin ich irgendwie auch noch davon ausgegangen, dass wir befreundet wären und da macht man sowas nicht. In diesen Monaten lag dann auch mein Geburtstag. Tja. Nichts. Und dann wäre da immer noch immer dieser Hintergedanke, dass es ja doch noch klappen könnte. Dass er sich ja doch noch in mich verlieben könnte. Vor allem, weil er nicht vergeben ist. Mit C., der in einer offenen Beziehung, aber trotzdem halt immer noch in einer Beziehung ist, hab ich das Problem mit dem Hintergedanken weniger.
Das war auch der Grundgedanke, als ich mir vorgenommen habe, keine Sexfreundschaften mehr mit Singles anzufangen.
Natürlich weiß ich das noch, aber alles in mir schreit "Wieso eigentlich nicht?".
Ich weiß auch nicht, ob ich will, dass er die Narben sieht, aber zur Not war das dann das letzte Mal, dass ich bei ihm war, wenn er's nicht kapiert. Aber das kann ich mir bei ihm eigentlich schon vorstellen. Ach verdammt!
Gerade war ich so stolz, nicht schwach zu werden. Und jetzt redefiniere ich mir "schwach".
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