Montag, 13. Januar 2014

Und was jetzt?

Ich habe mich vor ein paar Tagen wieder an eine frühere Mitschülerin erinnert. Sie hatte sich selbst ins ZI eingewiesen und dann ist sie in unsere Stufe gerutscht, quasi zurückgestuft, sitzengeblieben, wie auch immer. Sie war nicht sonderlich regelmäßig im Unterricht und zu Prüfungen war sie meistens gar nicht da. Sie war aber immer schön feiern, Spiele auf FB spielen oder arbeiten. Und ich habe sie damals dafür verurteilt. Ich habe auch nicht sonderlich nett über sie gesprochen, wenn wir uns mal wieder darüber aufgeregt haben. Dass das etwas Vorgeschobenes wäre. Krankheitsbonus. Dass keiner der Lehrer etwas gesagt hat. Wenn sie arbeiten oder feiern kann, kann sie gefälligst auch lernen und in die Schule kommen! Und jetzt verstehe ich sie. Jetzt bin ich sie. Alles, was mich damals davon abgehalten hat, da schon so zu sein, ist, dass es eine Anwesenheitspflicht gab. Und diese Regel hat mich gefühlt gerettet. Sonst wäre ich vermutlich schon früher versumpft. Ich schäme mich richtig, dass ich damals so scheiße über sie geredet habe. Das hat ihr bestimmt nicht geholfen, sich wieder aufzuraffen. Ich meine, ich weiß nicht, was sie davon mitbekommen hat, zumal wir nicht wirklich was miteinander zu tun hatten. Wir waren schließlich über 60 Leute in der Stufe. Aber jetzt bin ich in der selben Situation gefühlt und ich habe immer das Gefühl, dass man so auch über mich jetzt redet.
Wenn ich dran denke, wie ich mich richtig dran aufgegeilt hab, über sie herzuziehen, was sie jetzt schon wieder alles gemacht hat, aber nicht zur was-weiß-ich-Prüfung gekommen ist. Wie gut ich das fand, als "endlich" mal einer einem Lehrer gesteckt hat, dass sie dauernd feiern ist oder arbeiten geht, statt in die Schule oder geschweige denn zu Prüfungen, für die wir verdammt nochmal gelernt haben, zu denen wir uns verdammt nochmal hingeschleppt haben, zu gehen. Ich schäme mich in Grund und Boden. Ich glaube, ich werde ihr mal eine Nachricht schreiben und mich entschuldigen. Mich erkundigen, wie es ihr jetzt geht. Ich fühle mich echt schlecht.
Das mit dem Hungern klappt so lala. Mal besser, mal schlechter. Fakt ist, ich habe scheinbar in einer Woche etwa 4kg abgenommen. Wenn das mal so bliebe. Mal sehn.
Mittwoch habe ich einen Termin, mal sehen, wie der läuft. Hab mir die Nummer von L. geben lassen. Bin gespannt. Wenn es gut läuft, gebe ich ihr die Blogadresse oder ich drucke ihr Seiten von hier aus. Ich habe dauernd das Gefühl ich wiederhole mich und dann bekommt sie einen Einblick, wie es mir das Jahr über geht. Dass es nicht nur etwas Prüfungsbedingtes ist. Ist es nämlich nicht. Es wird dadurch definitiv verschlimmert, aber im Moment hab ich nicht das Gefühl, dass mich die Prüfungen stressen. Dass mich stresst, wie es weiter geht. Wobei, vielleicht tut es das ja doch. Ich kann mich jedenfalls nicht dazu überwinden, in die Schule zu gehen, oder den Lernstoff auch nur anzugucken. Und wenn mal eine Phase ist, in der ichs mir tatsächlich vorstellen könnte, ist sie so schnell vorbei wie sie kam oder ich zöger es so lange raus, bis es das ist. Kann ich ja später noch machen. Scheinbar kann ich das nicht.
Meiner Oma hab ich geschrieben "Ich kann das grade nicht. Tut mir leid. Hel." und seitdem ignorier ich jegliche Anrufe. Ich hab wirklich nicht das Gefühl, dass ich mich damit grade überhaupt groß befassen kann. Dann gehts mir noch schlechter als es mir momentan schon oft genug geht.
Ich hatte es gerade vor kurzem mit meiner Mum drüber. Ihr ging es früher wohl auch so wie mir. Und das mit dem Aufschieben macht sie ja immer noch. Bin ja in dem Chaos aufgewachsen. Mein Vater ist da auch kein besseres Vorbild. Wenn meine Oma sagt, sie räumt ihre Wohnung auf, dann dauert das schon mal ein paar Monate. Und ich frage mich die ganze Zeit, was sie den ganzen Tag über macht, wenn sie sagt, sie war heute so beschäftigt und ist zu nichts in der Wohnung gekommen. Ich weiß, sie macht viel Papierkram und bietet mir ja auch oft genug an, mit sowas zu helfen. But still...
Man kann also sagen, ich habe keine guten Vorbilder in dem Sinne gehabt. Also wenn es ums Aufschieben oder gleich machen geht. Ich habe auch nie wochenlang für eine Schulprüfung gelernt. Es hieß immer "irgendwann fliegst du damit auf die Schnauze". Ist mir in meiner gesamten Schullaufbahn nie passiert. Auch wenns einige Male kurz davor war. Ein Referat in der Nacht davor zusammengebastelt: 2. Warum sollte ich also mehr machen als ich muss? Mir ist natürlich klar, dass ich für meinen Scheiß nicht meine Eltern oder meine Oma verantwortlich machen kann. Weiß ich.
Ich wollte eigentlich von den Downphasen erzählen. Meiner Mutter ging es früher ähnlich und meine Oma war auch schon mal in so einer Phase. Vielleicht liegt das ja einfach im Blut.. xD leichte Schilddrüsenunterfunktion hab ich ja. Tabletten hab ich auch dagegen. Ich hab sie nur nicht lange genommen.
Naja. Jedenfalls hab ich ihr gesagt, dass es vor allem nachts ziemlich übel sein kann, wenn ich allein daheim bin und zu viel nachdenke und was weiß ich. Und dass ich oft einfach arbeiten gehe oder feiern oder einfach mit Freunden irgendwas machen gehe, weil ich dann weniger daheim allein sitze. Und sie hat es verstanden. Ich kam mir so dämlich vor und dachte, ich laber Müll, aber sie hat mich verstanden. Sie meinte auch, wenn sowas ist, kann ich auch gerne mal zu ihr rüberkommen oder sie anrufen, wenn ich mich einsam fühle. Sie hat direkt am späten Abend auch nochmal angerufen, um zu hören, wie es mir geht, weil ich davor meinte, ich hätte noch keine Pläne für den Abend. Ich hab meine Mum echt monsterlieb für so Aktionen. Das Problem ist, dass es so nicht läuft. Wenn ich unten bin, kann ich nicht einfach wen anrufen. Zumindest gefühlt kann ich das nicht. Es ist schon viel, wenn ich dann mit jemandem schreiben kann. Zumal ich dann das Gefühl hab, ich verdien das, das gehört so und mich drin suhlen muss.
Gerade könnt ich grade wieder losheulen. Die Aktion von meiner Mum rührt mich einerseits zu Tränen, andererseits bin ich grad auch einfach wieder mal traurig.
Vielleicht druck ich auch ein paar Einträge vom letzten Blog aus oder geb ihr den Link dazu auch. Das war ja als es mir während der Schulzeit scheiße ging. Als ich echt so verdammt kurz davor war, mich einweisen zu lassen. Weil ich einfach heimkam, mich auch den Flur gelegt hab und geweint hab. Und wenn meine Mum daheim war, lag ich in meinem Zimmer auf dem Boden. Entweder am Weinen oder am Nichtssein. Bis es in einer Nacht echt schlimm war und ich meine Mum fast darum angefleht hab, dass sie mich einweisen soll. Sie hat mit mir ausgehandelt, dass wenn es am nächsten Morgen immer noch so schlimm ist, sie mich hinbringt. Und ist die ganze Nacht bei mir geblieben.
Es hat mir vor ein paar Wochen echt verdammt wehgetan, dass ich sie so geschockt hab, dass sie weinen musste und voll fertig war, weil ich ihr gesagt hab, dass ich nicht weiß, ob ich weiterleben will. Ich war da echt in einem sehr rationalen Zustand - für mein Gefühl jedenfalls. Aber da musste ich mich echt zusammenreißen, nicht mit ihr zu weinen. Ich hab sie echt lieb!

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